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FI-Schutzschalter Typen Tabelle

Orientierung für FI- und RCD-Typen nach Fehlerstromart, Anwendung und Betriebsmittel. Die Tabelle hilft bei der Vorprüfung, ersetzt aber keine Schutzmaßnahmendokumentation.

OrientierungEinzel-PDF mit Wasserzeichen

Kurzantwort

Der FI/RCD-Typ richtet sich nach der möglichen Fehlerstromart des Betriebsmittels. Typ A ist häufig, Typ F/B/B+ werden bei elektronischen Verbrauchern, Umrichtern oder Sonderanlagen relevant.

  • Nicht jeder Verbraucher passt zu jedem RCD-Typ.
  • Herstellerangaben, DC-Fehlerstromanteile und Messverfahren sind entscheidend.
  • RCD-Typ, Nennfehlerstrom, Stromkreis und Auslösewerte gehören gemeinsam in die Dokumentation.

Orientierung für RCD-Typ, Fehlerstromart und Messdokumentation

Typ Ahäufige Basis

AC und pulsierende Gleichfehlerströme

Typ FMischfrequenz

bestimmte einphasige Antriebe

Typ Bglatte DC-Anteile

Umrichter, PV, Ladeeinrichtung-Kontext

IΔnNennfehlerstrom

Zuordnung und Messwert dokumentieren

Übersicht

Tabelle

RCD / FI Typen

Typ, Fehlerstromart, Anwendung und Grenzen

TypFehlerstromartAnwendungBetriebsmittelGrenzeHinweis
Typ ACsinusförmige Wechselfehlerströmenur in sehr begrenztem Kontext einordneneinfache Alt- oder Sonderfällefür moderne Verbraucher häufig nicht passendkritisch prüfen
Typ AWechsel- und pulsierende Gleichfehlerströmehäufige Haushalts- und GewerbekreiseLicht, Steckdosen, allgemeine VerbraucherGeräteanforderungen und DC-Anteile prüfenhäufige Basis
Typ A kurzzeitverzögertwie Typ A, mit erhöhter Stoßstromfestigkeit je GerätStromkreise mit kurzzeitigen Einschalt- oder AbleitströmenGerätecluster, Netzteile, IT-nahe Verbrauchernicht als Selektivitätsersatz verwendenDatenblatt
Typ FFehlerströme mit Mischfrequenzen und pulsierenden Anteileneinphasige Frequenzumrichter und bestimmte AntriebeWaschmaschine, Wärmepumpe klein, moderne AntriebeHerstellerangaben und Normkontext prüfenprojektabhängig
Typ Bglatte Gleichfehlerströme und wechselnde Frequenzanteile möglichbesondere elektronische BetriebsmittelUmrichter, PV, Ladeeinrichtung, MaschineSchutzkonzept und Herstellerangaben nötigfachlich prüfen
Typ B+erweiterter Frequenzbereich je Gerätespezifikationbesondere Brandschutz- oder AnlagenkonzepteIndustrie, Umrichtertechnik, Sonderanlagennur nach Fachplanung und DatenblattSpezialfall
selektiver RCDabhängig vom RCD-Typgestufte SchutzkonzepteHauptverteilung, UnterverteilungAuslösezeit und nachgelagerte RCD abstimmenSelektivität
30mA RCDabhängig vom RCD-Typhäufiger PersonenschutzkontextEndstromkreise, Bad, AußenbereichTyp, Zuordnung und Messwerte prüfennicht nur Nennwert
RCD für LadeeinrichtungAC, pulsierend und mögliche DC-AnteileWallbox / LadepunktEV-Ladeeinrichtungintegrierte DC-Fehlerstromerkennung und Herstellerangabe prüfenSonderkontext
RCBO / FI-LSabhängig vom integrierten RCD-Typeinzelner Endstromkreis mit kombiniertem SchutzBad, Außenkreis, Einzelstromkreis, TechnikRCD-Typ und LS-Charakteristik gemeinsam dokumentierenkombiniertes Gerät
300mA RCDabhängig vom RCD-TypBrandschutz- oder AnlagenkontextVerteilung, besondere Anlagenbereichenicht als Ersatz für 30mA-Zusatzschutz lesenSchutzziel klären

Typ AC

Grenze: für moderne Verbraucher häufig nicht passend
Fehlerstromart
sinusförmige Wechselfehlerströme
Anwendung
nur in sehr begrenztem Kontext einordnen
Betriebsmittel
einfache Alt- oder Sonderfälle
Hinweis
kritisch prüfen

Typ A

Grenze: Geräteanforderungen und DC-Anteile prüfen
Fehlerstromart
Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme
Anwendung
häufige Haushalts- und Gewerbekreise
Betriebsmittel
Licht, Steckdosen, allgemeine Verbraucher
Hinweis
häufige Basis

Typ A kurzzeitverzögert

Grenze: nicht als Selektivitätsersatz verwenden
Fehlerstromart
wie Typ A, mit erhöhter Stoßstromfestigkeit je Gerät
Anwendung
Stromkreise mit kurzzeitigen Einschalt- oder Ableitströmen
Betriebsmittel
Gerätecluster, Netzteile, IT-nahe Verbraucher
Hinweis
Datenblatt

Typ F

Grenze: Herstellerangaben und Normkontext prüfen
Fehlerstromart
Fehlerströme mit Mischfrequenzen und pulsierenden Anteilen
Anwendung
einphasige Frequenzumrichter und bestimmte Antriebe
Betriebsmittel
Waschmaschine, Wärmepumpe klein, moderne Antriebe
Hinweis
projektabhängig

Typ B

Grenze: Schutzkonzept und Herstellerangaben nötig
Fehlerstromart
glatte Gleichfehlerströme und wechselnde Frequenzanteile möglich
Anwendung
besondere elektronische Betriebsmittel
Betriebsmittel
Umrichter, PV, Ladeeinrichtung, Maschine
Hinweis
fachlich prüfen

Typ B+

Grenze: nur nach Fachplanung und Datenblatt
Fehlerstromart
erweiterter Frequenzbereich je Gerätespezifikation
Anwendung
besondere Brandschutz- oder Anlagenkonzepte
Betriebsmittel
Industrie, Umrichtertechnik, Sonderanlagen
Hinweis
Spezialfall

selektiver RCD

Grenze: Auslösezeit und nachgelagerte RCD abstimmen
Fehlerstromart
abhängig vom RCD-Typ
Anwendung
gestufte Schutzkonzepte
Betriebsmittel
Hauptverteilung, Unterverteilung
Hinweis
Selektivität

30mA RCD

Grenze: Typ, Zuordnung und Messwerte prüfen
Fehlerstromart
abhängig vom RCD-Typ
Anwendung
häufiger Personenschutzkontext
Betriebsmittel
Endstromkreise, Bad, Außenbereich
Hinweis
nicht nur Nennwert

RCD für Ladeeinrichtung

Grenze: integrierte DC-Fehlerstromerkennung und Herstellerangabe prüfen
Fehlerstromart
AC, pulsierend und mögliche DC-Anteile
Anwendung
Wallbox / Ladepunkt
Betriebsmittel
EV-Ladeeinrichtung
Hinweis
Sonderkontext

RCBO / FI-LS

Grenze: RCD-Typ und LS-Charakteristik gemeinsam dokumentieren
Fehlerstromart
abhängig vom integrierten RCD-Typ
Anwendung
einzelner Endstromkreis mit kombiniertem Schutz
Betriebsmittel
Bad, Außenkreis, Einzelstromkreis, Technik
Hinweis
kombiniertes Gerät

300mA RCD

Grenze: nicht als Ersatz für 30mA-Zusatzschutz lesen
Fehlerstromart
abhängig vom RCD-Typ
Anwendung
Brandschutz- oder Anlagenkontext
Betriebsmittel
Verteilung, besondere Anlagenbereiche
Hinweis
Schutzziel klären

Formel

RCD-Typ aus Fehlerstromart ableiten

Auswahl = Betriebsmittel + mögliche Fehlerstromart + IΔn + RCD-Typ + Messverfahren

Betriebsmittel
Verbraucher, Elektronik, Umrichter, PV, Ladeeinrichtung oder Sonderanlage
Fehlerstromart
AC, pulsierende Gleichfehlerströme, Mischfrequenzen oder glatte DC-Anteile
IΔn
Bemessungsdifferenzstrom des RCD
Messverfahren
typgerechte Einstellung am Prüfgerät und dokumentierter Messpunkt

Beispiel: Eine Ladeeinrichtung kann andere Anforderungen stellen als ein allgemeiner Steckdosenstromkreis. Herstellerangaben und DC-Fehlerstromerkennung gehören in die Prüfung.

Diagramm

RCD-Typ nach Betriebsmittel und Fehlerstromart

Die Auswahl beginnt beim Betriebsmittel. Erst wenn Fehlerstromart und Herstellerangaben klar sind, kann der RCD-Typ sinnvoll dokumentiert und geprüft werden.

BetriebsmittelElektronik / LastFehlerstromartAC / pulsierend / DCRCD-TypA / F / B / B+ZuordnungStromkreisMessungDoku

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FAQ

Häufige Fragen

Welcher FI-Typ ist der richtige?

Das hängt vom Betriebsmittel und der möglichen Fehlerstromart ab. Häufig ist Typ A, bei Umrichtern, PV, Ladeeinrichtungen oder bestimmten Antrieben können andere Typen nötig sein.

Warum ist Typ AC kritisch?

Viele moderne Verbraucher erzeugen Fehlerstromanteile, die über reine sinusförmige Wechselfehlerströme hinausgehen. Deshalb muss Typ AC besonders kritisch geprüft werden.

Wann braucht man Typ B?

Typ B wird relevant, wenn glatte Gleichfehlerströme oder wechselnde Frequenzanteile auftreten können, etwa bei bestimmten Umrichtern, PV- oder Ladeeinrichtungen.