Haupt- und Verteilerebene
SCHUTZ · ONLINE-TABELLE
Selektivität Sicherungen Orientierung
Orientierung für Selektivität zwischen vorgeschalteten und nachgeschalteten Schutzgeräten. Die Tabelle strukturiert typische Prüffragen, ohne eine Selektivität zu bestätigen.
Kurzantwort
Selektivität bedeutet, dass bei einem Fehler möglichst nur das nächstgelegene Schutzgerät abschaltet. Dafür reichen Nennströme allein nicht: Kennlinien, Kurzschlussstrom, Ausschaltvermögen und Herstellerdaten sind entscheidend.
- NH, SLS, LS, RCD, SPD-Vorsicherung und Motorschutz müssen als Schutzkette betrachtet werden.
- LS zu LS ist oft kritischer als eine einfache Zahlenstaffelung vermuten lässt.
- Das Betriebsziel bestimmt, wie wichtig selektives Abschalten im Projekt ist.
Kennlinie und Kurzschlussstrom
Typ und Zeitverhalten beachten
nicht nur Nennstrom vergleichen
Übersicht
Tabelle
| Vorgeschaltet | Nachgeschaltet | Ziel | Prüfen | Grenze | Hinweis |
|---|---|---|---|---|---|
| NH-Sicherung | SLS / Hauptschutz | Anlagenstruktur staffeln | Kennlinien, Nennstrom, Netzanschlussbedingungen | Hersteller- und Netzvorgaben | Hauptverteilung |
| SLS | LS Endstromkreis | Fehler möglichst auf Endstromkreis begrenzen | Nennstrom, Charakteristik, Kurzschlussstrom | kein Pauschalabstand | Wohnverteilung |
| Sicherung 35A/40A | LS 16A/20A | gestufter Leitungsschutz | Kennlinie, Ik, Energiebegrenzung, Ausschaltvermögen | abhängig vom Kurzschlussstrom | Projektwerte |
| gG-Sicherung | LS / Geräteschutz | Schmelzsicherung und Automaten koordinieren | Zeit-Strom-Kennlinien, I²t, Herstellerangaben | nur mit Datenblatt belastbar | Kennlinienvergleich |
| LS C-Charakteristik | LS B-Charakteristik | Einschaltstrom und Abschaltung abgrenzen | Charakteristik, Schleifenimpedanz, Verbraucher | LS zu LS oft kritisch | nicht nur Nennstrom |
| RCD selektiv | RCD 30mA | Fehlerbereich trennen | Typ, IΔn, Zeitverhalten, Prüfwerte | Messung und Herstellerdaten | RCD-Staffelung |
| Leistungsschalter | Unterverteilung / Maschine | Kurzschlussbereich und Betriebsausfall begrenzen | Einstellwerte, Kennlinien, Ik, Ausschaltvermögen | Hersteller-Selektivitätstabellen | Gewerbe |
| Typ 2 SPD Vorsicherung | Verbraucherschutz | SPD und Leitungsschutz koordinieren | SPD-Datenblatt, Vorsicherung, Ableitpfad | Herstellerangaben maßgeblich | Überspannungsschutz |
| Unterverteilung Einspeisung | Endstromkreise | Fehler lokal begrenzen und Zuleitung schützen | Zuleitung, Vorsicherung, LS, RCD, Spannungsfall | Verteilerkonzept erforderlich | UV |
| Motorschutz / Vorsicherung | Motorabgang | Kurzschluss- und Überlastschutz koordinieren | Motorstarter, Schütz, Leitung, Typenschild | Motorlast nicht wie Lichtkreis bewerten | Motor |
| Bestandsanlage | neuer Stromkreis | Koordination erhalten | Bestandsdokumentation, Messwerte, Schutzgeräte | Altannahmen unsicher | Sanierung |
| Gewerbe-Hauptverteilung | Maschine / Unterverteilung | Betriebsunterbrechung begrenzen | Kurzschlussleistung, Herstellerkennlinien, Betreiberziel | Fachbewertung erforderlich | Fachplanung |
NH-Sicherung
Prüfen: Kennlinien, Nennstrom, Netzanschlussbedingungen- Nachgeschaltet
- SLS / Hauptschutz
- Öffnen
- Anlagenstruktur staffeln
- Grenze
- Hersteller- und Netzvorgaben
- Hinweis
- Hauptverteilung
SLS
Prüfen: Nennstrom, Charakteristik, Kurzschlussstrom- Nachgeschaltet
- LS Endstromkreis
- Öffnen
- Fehler möglichst auf Endstromkreis begrenzen
- Grenze
- kein Pauschalabstand
- Hinweis
- Wohnverteilung
Sicherung 35A/40A
Prüfen: Kennlinie, Ik, Energiebegrenzung, Ausschaltvermögen- Nachgeschaltet
- LS 16A/20A
- Öffnen
- gestufter Leitungsschutz
- Grenze
- abhängig vom Kurzschlussstrom
- Hinweis
- Projektwerte
gG-Sicherung
Prüfen: Zeit-Strom-Kennlinien, I²t, Herstellerangaben- Nachgeschaltet
- LS / Geräteschutz
- Öffnen
- Schmelzsicherung und Automaten koordinieren
- Grenze
- nur mit Datenblatt belastbar
- Hinweis
- Kennlinienvergleich
LS C-Charakteristik
Prüfen: Charakteristik, Schleifenimpedanz, Verbraucher- Nachgeschaltet
- LS B-Charakteristik
- Öffnen
- Einschaltstrom und Abschaltung abgrenzen
- Grenze
- LS zu LS oft kritisch
- Hinweis
- nicht nur Nennstrom
RCD selektiv
Prüfen: Typ, IΔn, Zeitverhalten, Prüfwerte- Nachgeschaltet
- RCD 30mA
- Öffnen
- Fehlerbereich trennen
- Grenze
- Messung und Herstellerdaten
- Hinweis
- RCD-Staffelung
Leistungsschalter
Prüfen: Einstellwerte, Kennlinien, Ik, Ausschaltvermögen- Nachgeschaltet
- Unterverteilung / Maschine
- Öffnen
- Kurzschlussbereich und Betriebsausfall begrenzen
- Grenze
- Hersteller-Selektivitätstabellen
- Hinweis
- Gewerbe
Typ 2 SPD Vorsicherung
Prüfen: SPD-Datenblatt, Vorsicherung, Ableitpfad- Nachgeschaltet
- Verbraucherschutz
- Öffnen
- SPD und Leitungsschutz koordinieren
- Grenze
- Herstellerangaben maßgeblich
- Hinweis
- Überspannungsschutz
Unterverteilung Einspeisung
Prüfen: Zuleitung, Vorsicherung, LS, RCD, Spannungsfall- Nachgeschaltet
- Endstromkreise
- Öffnen
- Fehler lokal begrenzen und Zuleitung schützen
- Grenze
- Verteilerkonzept erforderlich
- Hinweis
- UV
Motorschutz / Vorsicherung
Prüfen: Motorstarter, Schütz, Leitung, Typenschild- Nachgeschaltet
- Motorabgang
- Öffnen
- Kurzschluss- und Überlastschutz koordinieren
- Grenze
- Motorlast nicht wie Lichtkreis bewerten
- Hinweis
- Motor
Bestandsanlage
Prüfen: Bestandsdokumentation, Messwerte, Schutzgeräte- Nachgeschaltet
- neuer Stromkreis
- Öffnen
- Koordination erhalten
- Grenze
- Altannahmen unsicher
- Hinweis
- Sanierung
Gewerbe-Hauptverteilung
Prüfen: Kurzschlussleistung, Herstellerkennlinien, Betreiberziel- Nachgeschaltet
- Maschine / Unterverteilung
- Öffnen
- Betriebsunterbrechung begrenzen
- Grenze
- Fachbewertung erforderlich
- Hinweis
- Fachplanung
Formel
Prüflogik für Selektivität
Selektivität = Schutzkette + Kennlinien + Ik + I²t + Ausschaltvermögen + Betriebsziel
- Schutzkette
- vorgeschaltete und nachgeschaltete Schutzgeräte mit Nennwerten
- Ik
- zu erwartender Kurzschlussstrom am betrachteten Punkt
- I²t
- Energiebegrenzung und Durchlassenergie im Kurzschlussfall
- Betriebsziel
- gewollte Fehlerbegrenzung, Anlagenverfuegbarkeit und Betreiberanforderung
Beispiel: NH/SLS vor Unterverteilung, LS B16 im Endstromkreis, Ik am Verteiler und am Endpunkt erfassen, Kennlinien und Herstellerdaten vergleichen.
Diagramm
Selektivitätskette vom Hauptschutz bis zum Endstromkreis
Die Grafik zeigt die Ebenen, die gemeinsam betrachtet werden: Vorschutz, Unterverteilung, Endstromkreis, Sonderlast und Dokumentation.
Passt dazu
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| RCD Auslösezeit Tabelle | RCD-Staffelung und Messwerte dokumentieren | Kernseite |
| Überspannungsschutz Auswahl Tabelle | SPD-Vorsicherung und Koordination beachten | Kernseite |
Sicherungsgrößen Tabelle
Einordnung: Kernseite- Zweck
- Schutzgerät und Nennstrom einordnen
Leitungsschutzschalter Typen Tabelle
Einordnung: Kernseite- Zweck
- Charakteristik und Abschaltbedingungen prüfen
Motorschutzschalter Auswahl Tabelle
Einordnung: Ergänzung- Zweck
- Motorabgänge gesondert koordinieren
RCD Auslösezeit Tabelle
Einordnung: Kernseite- Zweck
- RCD-Staffelung und Messwerte dokumentieren
Überspannungsschutz Auswahl Tabelle
Einordnung: Kernseite- Zweck
- SPD-Vorsicherung und Koordination beachten
FAQ
Häufige Fragen
Was bedeutet Selektivität bei Sicherungen?
Bei einem Fehler soll möglichst das Schutzgerät nahe am Fehler auslösen, nicht die vorgelagerte Haupt- oder Unterverteilung.
Reicht ein größerer Nennstrom vorgeschaltet aus?
Nein. Nennstromabstand allein ist keine sichere Aussage. Kennlinien, Kurzschlussstrom, Ausschaltvermögen und Herstellerdaten sind entscheidend.
Warum ist LS zu LS kritisch?
Leitungsschutzschalter können in Kurzschlussbereichen sehr aehnlich reagieren. Ohne Kennlinienvergleich ist selektives Verhalten unsicher.